Prof. Dr. Stefan Aufenanger

SoCuM AG 2

Institut für Erziehungswissenschaft
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Georg Forster-Gebäude
Raum 02.309
Jakob-Welder-Weg 12
55099 Mainz

Tel: +49 6131 39-26652
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SoCuM-Projekt: Moral panics and Media – Medienwirkungen in der öffentlichen Diskussion
(im Rahmen von AG 2)

In der medial geprägten öffentlichen Diskussion um die Wirkung von Medien, insbesondere dem Fernsehen, dem Internet und von Computerspielen, werden immer wieder Wirkungsunterstellungen verwendet, die auf den ersten Blick einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhalten. Dabei spielen diese Unterstellungen auch im politischen Rahmen eine besondere Rolle, da anscheinend die Politik sich eher nach solchen Diskussionen ausrichtet als direkt die Wissenschaft zu befragen bzw. sich von seriösen wissenschaftlichen Aussagen leiten zu lassen. Medienwissenschaftlich als auch medienpädagogisch interessant ist nun, wie solche Themen in die Öffentlichkeit gelangen, dort wahrgenommen und diskutiert werden, politische Willensbildung beeinflussen und natürlich von den Rezipienten verarbeitet werden bzw. auch deren Sichtweise beeinflussen.

In dem Forschungsprojekt werden folgende zwei Fragestellung verfolgt:

  • Wie konstituieren sich Vorstellungen über Medienwirkungen in der Öffentlichkeit? Welche Rolle spielen welche Medien und welche deren Vertreter bzw. wer sind die ‚moral entrepreneurs’? Welche Quellen werden als Referenz benutzt bzw. wie wird argumentiert?
  • Mit welchen Vorstellungen bzw. Weltbildern oder Deutungsmuster sind Journalisten und Redakteure ausgestattet, die die öffentlichen Diskussionen um Medienwirkungen bestimmen?

Zur Beantwortung der beiden Fragen werden zum einen Medientexte aus aktuellen Tages- und Wochenzeitung medienanalytisch untersucht, zum anderen werden Interviews mit Wissenschaftsjournalisten durchgeführt, die mit Hilfe rekonstruktiver Verfahren bezüglich deren Deutungsmustern in Bezug auf Medienwirkungen analysiert werden.

Forschungsinteressen
Theorie und Systematik von Medienpädagogik und Medienkompetenz; Medienerziehung in Familie, Kindergarten und Schule; Lehren und Lernen mit digitalen Medien; Medienethik; qualitative Medienforschung; Hochschulforschung

Wissenschaftlicher Werdegang
Studium der Erziehungswissenschaft und Soziologie in Mainz; 1975 Diplom in Erziehungswissenschaft und 1980 Promotion in Soziologie. Danach wissenschaftlicher Mitarbeiter und Hochschulassistent am Pädagogischen Institut in Mainz; weitere wissenschaftliche Tätigkeiten und Stipendien an den Universitäten Fribourg/Schweiz, Osnabrück und Freiburg. 1991 Habilitation in Erziehungswissenschaft an der Universität Mainz. Von 1993 bis 2004 Professor für Erziehungswissenschaft und Medienpädagogik an der Universität Hamburg. Ab 2005 Professor für Erziehungswissenschaft und Medienpädagogik an der Universität Mainz. 2006 bis 2010 Wissenschaftlicher Direktor der Stiftung Lesen in Mainz sowie Mitglied der Media Literacy Expert Group des Directorats Media bei der EU-Kommission in Brüssel. Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) und deren Schatzmeister sowie u.a. Mitglied der American Educational Research Association (AERA) sowie der Association for the Advancement of Computing in Education (AACE). 2010 Gastprofessor an der Normal University Shanghai/China. Zur Zeit Dekan des Fachbereichs Sozialwissenschaften, Medien und Sport an der Universität Mainz.

Publikationen (Top 5)

2011
(mit Lena Groß): Wie wirken didaktische Elemente der Hochschullehre auf die zeitliche Gestaltung des Studiums? In: Zeitschrift für Hochschulentwicklung 6/2. S. 123-132.
2010
(mit Franz Hamburger, Luise Ludwig und Rudolf Tippelt, Hrsg.): Bildung in der Demokratie. Beiträge zum 22. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft. Opladen: Barbara Budrich.
2007
Medienkonservatismus. In: Zeitschrift für Medienpsychologie Vl./19. S. 76-79.
2007
(mit Renate Luca): Geschlechtersensible Medienkompetenzförderung. Mediennutzung und Medienkompetenz von Mädchen und Jungen sowie medienpädagogische Handlungsmöglichkeiten. Berlin: Vistas.
2006
Interview. In: Ayaß, Ruth/Bergmann, Jürgen (Hrsg.): Qualitative Methoden der Medienforschung. Reinbek bei Hamburg. S. 97-114.