AG 4: Sprache und Gesellschaft

AG Mitglieder: Dominique Conte (Cultural Studies), Nina Gallion (History), Marina Hennig (Sociology), Antje Lobin (Romance Studies, Spokesperson), Nico Nassenstein (Ethnology), Konstanze N’Guessan (Ethnology), Damaris Nübling (German Studies), Anne Rosar (German Studies), Regina Schaefer (History), Theresa Schweden (German Studies), Svenja Völkel (Department of English and Linguistics)

Die AG „Sprache und Gesellschaft“ fokussiert aus interdisziplinärer Perspektive das Konzept der „Familie“ als zugleich sprachliches und soziokulturelles Konstrukt. Für die Gesellschaft stellt die Familie ein stark prägendes und ordnendes Element dar. Unterschiedliche Epochen und Zeitalter haben je eigene Familienmodelle hervorgebracht, die zudem in hohem Maße kulturabhängig sind. Die öffentliche Diskussion zu „Familie“, zu ihren Formen, Strukturen und Funktionen, hat in den letzten Jahren eine starke Dynamisierung erfahren.

Neben der sprachlich-begrifflichen Dimension der Definition von „Familie“ stellt sich die Frage, wie Familienbeziehungen in unterschiedlichen Sprachen in Grammatik und Lexikon systematisch kodiert sind. Wir gehen davon aus, dass Familienbeziehungen auf vielfältige Weise in der Sprache abgebildet sind und wiederum über den Sprachgebrauch ausgebildet werden. Wir fragen daher danach, wie im Medium der Sprache „Familie“ konzeptualisiert und konstruiert wird, welche kulturspezifischen Kategorisierungen und Differenzierungen von Familienbeziehungen vorgenommen werden und wie sich diese mit der Zeit verfestigen oder verändern.

Unter Beteiligung der Disziplinen der Sprachwissenschaft, der (Familien-)Soziologie, Geschichts­wissenschaft, Kulturanthropologie und der Ethnologie sollen die Wechselwirkungen zwischen sprachlich-begrifflichen Aspekten der Familie und den tatsächlich bestehenden familienbezogenen Konstellationen erfasst werden. Erklärtes Arbeitsziel ist es, einen Beitrag zu einer umfassenden Theorie des Verhältnisses von Sprache und Familie zu leisten und so nachhaltig zum Verständnis sprachlich-sozialer kulturspezifischer und historisch gebundener Organisationsprinzipien und -strukturen in diesem Bereich beizutragen.