Prof. Dr. Carola Lentz

SoCuM AG 1 / DFG FG 1939

Institut für Ethnologie und Afrikastudien
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Raum 00-624
Forum 6
55099 Mainz

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SoCuM-Projekt: Ethnische und nationale Differenzierung in afrikanischen Nationalfeiern
(Teilprojekt im Rahmen der 2013 eingerichteten DFG Forschergruppe FG 1939 Un/doing Differences. Praktiken der Humandifferenzierung)

Das Projekt erforscht, wie ethnische und nationale Differenzierung in afrikanischen Nationalstaaten ineinander greifen. Nationenbildung ist ein unabschließbarer Prozess des „Staat-Machens“, der die Relevanz der Nation sowohl durch Polarisierung gegen äußere Feinde und innere Minderheiten als auch durch Diskurse und Inszenierungen nationalen Gemeinsamkeitsglaubens zu stärken versucht. Das Projekt untersucht, wie ethnische und nationale Differenzen in zeremoniellen Repräsentationen von Nation und Nationalstaat im Rahmen von Nationalfeiern und insbesondere der rezenten Unabhängigkeitsjubiläen inszeniert werden. Dazu werden vergleichende Fallstudien in Ghana, Côte d’Ivoire und Burkina Faso durchgeführt − Ländern, die sich durch unterschiedliche Ausprägungen ethnischer und regionaler Heterogenität und je spezifische koloniale und postkoloniale politische Entwicklungen auszeichnen.

Forschungsinteressen
Ethnizität, Nationalismus, Bodenrecht, Landkonflikte, Kolonialismus, Ethnographie des Staats, Forschung zu Mittelklasse(n), qualitative Methoden, ethnologische Kulturtheorien, Westafrika (Ghana, Burkina Faso)

Wissenschaftlicher Werdegang
Carola Lentz ist seit 2002 Professorin für Ethnologie am Institut für Ethnologie und Afrikastudien der Universität Mainz. Zuvor war sie Professorin für Ethnologie am Institut für Historische Ethnologie der Goethe-Universität in Frankfurt a.M. Sie war Fellow am Internationalen geisteswissenschaftlichen Kolleg „Re: work. Arbeit und Lebenszyklus in globalgeschichtlicher Perspektive“ an der Humboldt-Universität zu Berlin, am W.E.B. Du Bois Institute for African and African American Research an der Harvard University, am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle, am Netherlands Institute for Advanced Study in the Humanities and Social Sciences und am Institute for Advanced Study and Research in the African Humanities der Northwestern University. Sie erhielt ein Habilitationsstipendium der DFG und war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethnologie der FU Berlin, wo 1996 auch die Habilitation erfolgte. Promoviert wurde sie am Soziologischen Seminar der Universität Hannover (1987). Das Magisterstudium der Agrarwissenschaften der Tropen und Subtropen an der Universität Göttingen schloss sie 1985 ab. Zuvor legte sie in Hamburg und Göttingen das erste und zweite Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Deutsch und Sozialkunde ab.

Publikationen (Top 5)

2013
Mobility, Land and Belonging in West Africa. Bloomington: Indiana University Press.
2013
The 2010 independence jubilees: the politics and aesthetics of national commemoration in Africa. In: Nations and Nationalism 19/2. S. 217−37.
2009
Der Kampf um die Kultur. Zur Ent- und Re-Soziologisierung eines ethnologischen Konzepts. In: Soziale Welt 60. S. 305−324.
2006
Ethnicity and the Making of History in Northern Ghana. Edinburgh: Edinburgh University Press (International African Library 33).
2001
Local culture in the national arena: the politics of cultural festivals in Ghana. In: African Studies Review 44/3. S. 47–72.