Jun.-Prof. Dr. Michael Bachmann

SoCuM AG 3, AG 4, AG 5

Institut für Film-, Theater- und
empirische Kulturwissenschaft
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Raum 03-517
Jakob-Welder-Weg 18
55128 Mainz

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SoCuM-Projekt: „Indian Gaming: Indianische Casinos zwischen Recht und Repräsentation“
(Im Rahmen von AG 3, in Kooperation mit Mita Banerjee, Dieter Dörr, Anton Escher, Franz Rothlauf und Elke Wagner)

Mit der Präsenz „indianischer Casinos“ scheint sich gegenwärtig ein grundlegender Wandel in den indianisch-amerikanischen Beziehungen abzuzeichnen. Erstmals seit ihrer „Kolonisierung“ durch die Siedlergesellschaften erwirtschaften indianische Nationen das „Kapital“, ihr eigenes Bild prägen zu können. Grundlegend hierfür sind die Casinos, die indianische Nationen aufgrund ihres spezifischen Rechtsstatus innerhalb der USA souverän betreiben. Diese stellen, bezogen auf das Verhältnis von Recht und Repräsentation, einen mehrschichtigen Ort dar: Erstens sind Casinos als „reale“ Orte der Schauplatz ökonomischen Gewinns und Verlusts. Als Orte der Repräsentation dienen sie zweitens als konkrete Bühnen für kulturelle Aufführungen wie Powwows und als Bühnen im übertragenen Sinne, insofern sie selbst „indianische Identität“ inszenieren und Akteure sich in ihnen auf bestimmte Weise verhalten. Drittens sind sie repräsentierte Orte, das heißt, sie tauchen in künstlerischen, juristischen, journalistischen, und akademischen Diskursen – sowie in unterschiedlichen medialen Formen vom Buch bis zum Internet – auf.

Die triadische Verschränkung von „indianischen Casinos“ als realem Ort, Ort der Repräsentation und repräsentiertem Ort ist Gegenstand der geplanten Forschergruppe, die Disziplinen der Amerikanistik, der Theaterwissenschaft, der Kulturgeographie, der Rechtswissenschaft, der Wirtschaftswissenschaften und der Mediensoziologie zusammenführt.

Forschungsinteressen
Vergleichende Medien- und Kunstwissenschaft; Theaterwissenschaft als Kulturwissenschaft; Hörspieltheorie und -geschichte; Memory Studies; Formen des Dokumentarischen und Authentizitätsdiskurse in den Künsten

Wissenschaftlicher Werdegang
Michael Bachmann ist seit 2010 Juniorprofessor für Theaterwissenschaft an der Universität Mainz, wo er 2008 im Rahmen des Internationalen Promotionsprogramms (IPP) Performance and Media Studies zu Fragen der Zeugenschaft und Autorisierungsstrategien in Darstellungen der Shoah promovierte. Für die von der Stipendienstiftung Rheinland-Pfalz unterstützte Arbeit erhielt er 2009 den Forschungsförderpreis der Freunde der Universität Mainz e.V. Im Jahr 2011 vertrat er die Universitätsprofessur für Theatertheorie und Theaterhistoriographie am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien.

Publikationen (Top 5)

2012
Fritz Kortner on the Post-War Stage: The Jewish Actor as a Site of Memory. In: Edna Nahshon (Hrsg.): Jews and Theater in an Intercultural Context. Leiden, Boston: Brill. S. 197-217.
2012
Dramatik-Lyrik-Epik: Das Drama im System der literarischen Gattungen. In: Peter W. Marx (Hrsg.): Handbuch Drama. Theorie, Analyse, Geschichte. Stuttgart: Metzler. S. 52-72.
2010
Theatre and the Drama of Law: A ‘Theatrical History’ of the Eichmann Trial. In: Marett Leiboff u. Sophie Nield (Hrsg.): Law Text Culture, Vol. 14: Law’s Theatrical Presence. S. 94-116.
2010
Der abwesende Zeuge: Autorisierungsstrategien in Darstellungen der Shoah. Tübingen: Francke.
2009
Derrida on Film: Staging Spectral Sincerity. In: Ernst van Alphen, Mieke Bal u. Carel Smith (Hrsg.): The Rhetoric of Sincerity. Stanford: Stanford University Press. S. 214-229.