Doris Unger, MSc

SoCuM Doktorandin,
Förderzeitraum 2009-2013

Institut für Politikwissenschaft
Abteilung „Politische Theorie“
Jakob Welder-Weg 12
D-55128 Mainz 
Raum: GFG 04-322

Tel.: +49 6131 39 21052
Fax: +49 6131 39 27109
E-Mail: unger@politik.uni-mainz.de
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Dissertations-Projekt: Öffentliche Rechtfertigung in multikulturellen Gesellschaften (Arbeitstitel)
Große Gesellschaften sind in der Regel äußerst pluralistisch und kulturell divers. Unterschiedliche Vorstellungen existieren nicht nur in Bezug auf individuelle Lebensführung, sondern betreffen ebenso das gesellschaftliche Zusammenleben. Das stellt eine besondere Herausforderung an eine liberale Ordnung, weil sie den Anspruch erhebt, grundlegende Institutionen gegenüber den einzelnen Bürgern rechtfertigen zu können. Auch gerechtfertigte Institutionen können allerdings soziale Praktiken in besonderem Maße belasten. Zum Teil ist das beabsichtigt, weil die Verletzung individueller Rechte verhindert werden soll. Andere soziale Praktiken sind allerdings belastet, obwohl während ihrer Ausübung keine individuellen Rechte verletzt werden. Das Dissertationsprojekt untersucht auf der Grundlage einer individualisierten Konzeption der Kultur die Grenzen und Möglichkeiten der Rechtfertigung von kulturellen policies aus liberaler Perspektive. Der vertretene Ansatz grenzt sich dabei von Theorien des Multikulturalismus ab, die ebenfalls den Anspruch erheben, liberal zu sein (vgl. Kymlicka; Kukathas).

Forschungsinteressen
Politische Philosophie und politische Theorie: Grundlagen des Liberalismus, Theorien des Multikulturalismus, Theorien der öffentlichen Rechtfertigung, Normative Theorien der Internationalen Beziehungen; Minderheitenpolitik

Wissenschaftlicher Werdegang
Doris Unger war von 2009 bis 2013 Doktorandin bei SOCUM und Lehrbeauftragte des Instituts für Politikwissenschaft. Seit April 2013 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft im Bereich „Politische Theorie“ in Mainz. Von 2008 bis 2009 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Politikwissenschaft der TU Kaiserslautern. Zuvor studierte sie Philosophie und Politikwissenschaft in Mainz und absolvierte ihren Master in Political Theory an der Cardiff University in Wales.

Publikationen

2013
Rezension von Van Parijs, Philippe, Linguistic Justice for Europe and for the World. In: PVS 54/1. S. 220-222.
2013
Das Recht auf Gleichbehandlung und die (Ir)Relevanz von gruppenspezifischen Merkmalen am Beispiel des Antidiskriminierungsrechts. In: Was machen Marker? Logik, Materialität und Politik von Differenzierungsprozessen. Bielefeld: Transcript. S. 317-342.
2013
Kriterien zur Einschränkung von hate speech: Inhalt, Kosten oder Wertigkeit von Äußerungen? In: Jörg Meibauer (Hrsg.): Hassrede/Hate Speech. Interdisziplinäre Beiträge zu einer aktuellen Diskussion. Gießen: Gießener Elektronische Bibliothek. S. 257-285.
2011
Art. Christine Chwaszcza. In: Deen K. Chatterjee (Hrsg.): Encyclopedia of Global Justice. Dordrecht u. a.: Springer Verlag. S. 128-129.