AG 3: Posthuman. Perspektiven auf Natur/Kultur (Nachwuchs-AG)

AG Mitglieder: Christiane Schürkmann (Soziologie; Sprecherin), Torsten Cress (Soziologie), Kornelia Engert (Soziologie), Tobias Huff (Geschichte), Oliwia Murawska (Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft), Annika Schlitte (Philosophie)

In den letzten Jahren hat sich in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften eine Perspektive etabliert, die den Menschen beziehungsweise Menschheit in seinem/ihrem Verhältnis zur Welt dezentriert. Nicht nur menschliche Akteure, sondern auch Dinge, Artefakte, Technologien, Substanzen sowie Tiere und Pflanzen bilden Entitäten, denen agency zugesprochen wird. In dieser Hinsicht kann man von einem posthuman turn sprechen: Nicht mehr der Mensch steht im Zentrum seiner Welt, die er einseitig gestaltet, kontrolliert und domestiziert, auch diverse Materialitäten und Kreaturen werden als Sozialpartner, Ko-Existenzen und Wirkmächtigkeiten zur Kenntnis genommen und in der Welt verortet.

Die AG3 – eine interdisziplinäre Nachwuchsarbeitsgruppe von Postdoktoranden/innen – beschäftigt sich mit solchen posthumanen Konzeptionen von Gesellschaft. Sie diskutiert entsprechende Ansätze mit dem Ziel, die im posthumanistischen Denken angelegte Irritation hergebrachter kategorialer Unterscheidungen auszuloten und diese Ansätze für die weitere sozial- und kulturwissenschaftliche Analyse anschlussfähig zu machen. Erstens sollen am Beispiel ausgewählter Phänomene nicht-menschliche Entitäten in den Blick genommen und danach gefragt werden, wie sie in Prozesse der Grenzziehung zwischen Natur und Kultur involviert werden und solche Grenzen potentiell auch transzendieren. Zweitens sollen verschiedene Konzeptionen von Natur bzw. des Verhältnisses von Natur und Kultur, wie sie sich nicht zuletzt in historischer Perspektive zeigen, auf alternative Beschreibungen hin befragt werden.